Positionen

Hier finden Sie alle Themen der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V.

Aktuelle Lage und Konjunktur der sächsischen Wirtschaft

Die gute Konjunktur darf nicht über strukturelle Aufgaben hinwegtäuschen – Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft müssen durch gute Rahmenbedingungen weiter gestärkt werden.

Dank einer erfolgreichen Reindustrialisierung, stabiler Weltkonjunktur und konjunkturellen Sondereffekten entwickelt sich die sächsische Wirtschaft positiv. Trotzdem ist festzustellen, dass es einen konstanten Rückstand bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zum Bundesniveau gibt.

Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen: Immer kürzere Innovationszyklen bei steigendem globalen Standortwettbewerb stehen einem abnehmenden Fachkräftepotential und einer rückläufigen Investitionsneigung in Sachsen gegenüber.

Lage und Konjunktur der sächsischen Wirtschaft | Juni 2018

Alle Themen

Auswirkungen des Mindestlohns auf die sächsische Wirtschaft

Die VSW lehnt den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn weiterhin grundsätzlich als Eingriff in den Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt und die vom Grundgesetz garantierte Tarifautonomie ab. Höhere Einkommen und Löhne – so wünschenswert diese für die Menschen und Arbeitnehmer im Land sind – müssen erwirtschaftet werden und können nicht gesetzlich verordnet werden. Die politische Kehrtwende in diesem Thema hat – gerade im Mittelstand – zu einem spürbaren Vertrauensverlust in die politischen Rahmenbedingungen geführt, zumal die Bürokratielasten für Unternehmen deutlich zunahmen.

Um die negativen Auswirkungen des Mindestlohns zu begrenzen, fordert die VSW u.a.:

  • Kein Hinausgehen über das gesetzliche Orientierungsniveau bei anstehender Erhöhung
  • Überarbeitung und praxisgerechte Reduzierung der Haftung des Subunternehmers
  • Dringende Reduzierung der Aufzeichnungspflichten

VSW-Stellungnahme: Auswirkungen des Mindestlohns auf die sächsische Wirtschaft


Wachstumsbarrieren im Mittelstand reduzieren - europäische KMU-Definition zukunftsfest machen

Stellungnahme der VSW zur öffentlichen Konsultation zur Überprüfung der Definition von KMU der Europäischen Kommission

Aktuell wirkt die strikte KMU-Definition zunehmend als Wachstumsbarriere für mittelständische Firmen, was ordnungspolitisch höchst bedenklich ist und letztlich die strukturellen Herausforderungen nicht löst. Aus Sicht der sächsischen Wirtschaft sind die Maßnahmen für eine global wettbewerbsfähigere Mittelstands­politik daher konsequent weiterzuentwickeln. Dabei sind folgende Anpassungen zu empfehlen:

  • Beschäftigtengrenze anheben
  • Schwellenwerte anpassen
  • Auf Produktionswert statt Umsatz abzielen
  • Indikatoren effektiv reduzieren
  • Klein- und Kleinstunternehmen zusammenführen
  • Beschäftigtendefinition klarer und nachweisbarer
  • KMU-Nachweisverfahren planungssicher machen
  • Definition von Verbund- und Partnerunternehmen an Praxis anpassen
  • Übergangskategorie für größere Mittelständler einführen.

VSW-Stellungnahme vom 04.05.2018


imreg-Standpunkt: Export als Wachstumsmotor

Der Freistaat ist ein großer Gewinner der Globalisierung, wie die wachsenden Exporterfolge sächsischer Unternehmen zeigen. In mittlerweile 203 Länder werden Produkte „made in Saxony“ exportiert. Das ist gleichzeitig ein überzeugendes Zeichen von Weltoffenheit in der gelebten betrieblichen Praxis, denn nur wenn die Unternehmen und ihre Mitarbeiter mit den weltweiten Geschäftspartnern respektvoll und tolerant zusammenarbeiten, entstehen erfolgreiche und belastbare Geschäftsbeziehungen.

Vor diesem Hintergrund sieht die sächsische Wirtschaft es mit Sorge, dass sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtert haben und eine Reihe von geopolitischen Anspannungen für weitere ökonomische Unsicherheit sorgt. Eine Eskalation muss zwingend verhindert werden. Schließlich hängt in Sachsen jeder fünfte Job am Export, in der Industrie sogar jeder zweite.

Export als Wachstumsmotor der sächsischen Wirtschaft – Risiken am Horizont


imreg-Standpunkt: Flexibilität schafft Arbeitsplätze

Die Möglichkeit der Teilzeit und der Befristung von Arbeitsverhältnissen gibt Unternehmen Flexibilität bei unsicherer Auftragslage und ist Jobmotor für Berufseinsteiger und Langzeitarbeitslose. Wer diese Instrumente einschränkt, der gefährdet Wachstum und Arbeitsplätze.

imreg-Standpunkt: Wer ist der größte Befrister im ganzen Land? - Über die Befristungsanteile in den Wirtschaftszweigen


Globale Wettbewerbsfähigkeit stärken - Innovationskraft verbreitern

VSW zur öffentlichen Konsultation zu EU-Fonds im Bereich Kohäsion

Um die bisherigen positiven Entwicklungsergebnisse Sachsens nicht zu gefährden, plädiert die VSW für eine angemessene Finanzausstattung für bisherige Übergangs- und stärker entwickelte Regionen in der kommenden Förderperiode, die eine gezielte Verbesserung der regionalen Rahmenbedingungen sowie der Anpassungsfähigkeit an globale und technologische Trends zulässt und das Fördergefälle zu Nachbarregionen begrenzt.

Hierfür bedarf es einer thematischen Konzentration der Strukturfonds auf die Bereiche:

1. Aus- und Weiterbildung (insbesondere Fachkräftequalifizierung, Berufsausbildung, Schulbildung),

2. Infrastruktur und Mobilität (insbesondere leistungsfähige Breitbandnetze, schnelle Schienen- und Straßenverkehrsanbindungen, Anpassungen an sich ändernde Mobilitätskonzepte),

3. Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit (insbesondere technologieoffene Unterstützung von betrieblicher Forschung und Entwicklung sowie Wachstumsmaßnahmen) sowie

4. Investitionen in die Digitalisierung als generelles Querschnittsthema.

VSW-Stellungnahme zur öffentlichen Konsultation zu EU-Fonds im Bereich Kohäsion


imreg-Standpunkt: Sachsens Lehrerentgelte bereits überdurchschnittlich

Sachsen braucht dringend eine sachliche und ideologiefreie Diskussion über die Zukunft unserer Bildungspolitik. Wir kämpfen heute in Sachsen – wie in allen ostdeutschen Bundesländern – mit einer ungünstigen Altersstruktur der Lehrer. Der gleichzeitig sprunghaft steigende Lehrerbedarf in den westdeutschen Bundesländern und Stadtstaaten erschwert es zudem, auf die erfreulicherweise auch in Sachsen steigenden Kinderzahlen zu reagieren und die Personalstrukturen darauf anzupassen. Die aktuell vor allem in Richtung Lehrerentgelte geführte Diskussion greift angesichts der bestehenden Rahmenbedingungen aber zu kurz, wie auch ein aktueller Standpunkt des imreg - Institut für Mittelstands- und Regionalentwicklung GmbH zeigt. Danach sind Sachsens Lehrerverdienste bereits überdurchschnittlich – dies gilt sowohl im regionalen als auch im bundesweiten Vergleich.