PRESSEMITTEILUNG

Bildungsmonitor 2017: Sachsen erneut national Spitze – aber entscheidend ist die Champions League

Zum heute veröffentlichten Bildungsmonitor 2017 erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Zum 12. Mal in Folge konnte Sachsen seinen Spitzenplatz im Bundesvergleich erfolgreich verteidigen. Das verdient – gerade auch vor dem Hintergrund mancher öffentlicher Diskussionen – unsere Anerkennung.

Allerdings ist das kein Grund für Selbstzufriedenheit. Denn obwohl die Zahl guter Schulabschlüsse gestiegen ist, wächst gleichzeitig die Anzahl der jungen Menschen, die schon zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen zu kämpfen haben. Die Wirtschaft müsse damit klar kommen – also das Niveau absenken – oder das selbst in Ordnung bringen, so hören wir des Öfteren aus der Politik. Verkehrte Welt und kaum zu glauben! Kein Kunde ist bereit, einen hohen Preis für „Made in Germany“ zu bezahlen, wenn da nicht auch höchstes internationales Niveau drin steckt. Der Staat ist hier in der Pflicht, für entsprechende Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu sorgen, denn die Bildung – vom Kindergarten bis zur Berufsschule – ist eine der Kernaufgaben des Staates, für die Bürger und Unternehmen u. a. ihre Steuern zahlen.

So schön der wiederholte „deutsche Meistertitel“ vor Bayern oder Baden-Württemberg auch ist, um beim Fußball zu bleiben, kann doch nur das internationale Spitzenniveau der Maßstab sein, erst recht, wenn man national oben mitspielt. So, wie wir in den Unternehmen, muss sich auch unsere Bildungspolitik allein am internationalen Spitzenniveau orientieren. Denn unser hohes deutsches Wohlstandsniveau werden wir im internationalen Wettbewerb mit einem nur mittelmäßigen Bildungssystem nicht halten können. Wenn selbst Estland, das längst nicht die materiellen Voraussetzungen wie Deutschland hat, seinen Schülern bessere Startchancen bietet, dann muss die Frage erlaubt sein, was dort besser gemacht wird. Deshalb will ich die Verantwortlichen im Freistaat auch ermuntern, gemeinsam eine sachliche und ideologiefreie Diskussion darüber zu führen, wie die sächsische Schulpolitik verbessert werden kann. Der wiederholte nationale Erfolg bietet dafür die erforderliche Gelassenheit, sich am Besseren zu orientieren.“