PRESSEMITTEILUNG

Effektivere Lehrerausbildung und Senkung der Teilzeitquote wichtige Schritte für mehr Lehrer in Sachsen

Anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der „Dritten Sächsischen Absolventenstudie 2018 – Sondererhebung Lehramtsabsolventen“ erklärte die VSW:

„Mit dem Ausbau der Studienkapazitäten hat Sachsen in den vergangenen Jahren einen wichtigen Schritt zur Behebung des Lehrermangels gemacht. Das ist zu begrüßen. Dennoch bleibt das Potenzial an grundständig ausgebildeten Lehrern – trotz einer Steigerung – immer noch unzureichend.

Dies zeigt, dass weiterhin Hausaufgaben gemacht werden müssen. Zum einen braucht es eine effektivere Lehrerausbildung, d.h. die Studienzeiten müssen reduziert werden und wir brauchen eine stärkere fachliche Konzentration. Wenn sächsische Lehramtsstudenten in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern für „Gymnasien/Sekundarstufe II, allgemeinbildende Schulen“ durchschnittlich 16 Fachsemester und auch Oberschullehrer im Bereich Geisteswissenschaften im Mittel 12 Semester benötigen, liegt das deutlich über den üblichen Studienzeiten.

Zum anderen müssen Studieninteressenten für das Lehramt trotz des bereits bestehenden Ampelsystems noch stärker als bisher gesteuert werden. Das gilt sowohl bei der fachlichen als auch bei der räumlichen Verortung. Während in den Großstädten und bei Gymnasiallehrern der Bedarf gedeckt werden kann, besteht eine erhebliche Unterdeckung bei Grund- und Oberschulen und in ländlichen Regionen. Das gilt auch für die Abdeckung des Fächerbedarfs. So gibt es im MINT-Bereich derzeit nicht genügend Absolventen, um den Bedarf zu decken, während ein Überangebot bei den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern besteht, wie ein Standpunkt des imreg Institut für Mittelstands- und Regionalentwicklung GmbH zeigt.

Eine weitere Stellschraube ist die Reduzierung der hohen Teilzeitquote der sächsischen Lehrer, die bei Grundschullehrern bei 43 Prozent und bei Lehrern an weiterführenden Schulen bei 37 Prozent liegt.“

Weitergehende Informationen finden Sie im imreg-Standpunkt „Umsteuern bei Lehrerausbildung zeigt erste Effekte – weitere Hausaufgaben müssen erledigt werden“.