PRESSEMITTEILUNG

Kein Grund für Übermut – Arbeitgeberpräsident Dr. Brückner warnt vor Übertreibungen und Fehleinschätzungen

Zur Korrektur der Prognose des Sachverständigenrats zur Konjunktur erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Die erneute Korrektur der Konjunkturzahlen durch den Sachverständigenrat macht deutlich, wie dramatisch die Lage ist – viele Firmen kämpfen, trotz gesunder Substanz, um ihre Existenz.

Die Einschätzung des Sachverständigenrates, wonach bereits ab Sommer eine Erholung einsetzt und für 2021 wieder ein Wachstum prognostiziert wird, ist mit äußerster Vorsicht zu bewerten. So wichtig Optimismus ist, er darf nicht zu Übermut und falschen Entscheidungen führen. Denn derzeit ist völlig unsicher, wie sich die Lage entwickeln wird. Es ist richtig, dass die Erkrankungszahlen erfreulicherweise sehr stark zurückgehen. Auch Gaststätten, Geschäfte und Hotels haben wieder geöffnet. Aber trotz vieler Lockerungen sind wir vom Normalbetrieb nach wie vor weit entfernt. Bei einem Auftragseinbruch von 50 Prozent wäre eine Verbesserung auf minus 40 Prozent im Saldo eine deutliche Verbesserung und dennoch eine Katstrophe. Es wäre trotz statistisch schöner Prognosezahlen zu wenig!

Die schwerste Rezession in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zeigt die Dimension auf und die harten Fakten zeigen eine lange Durststrecke an. Selbst wenn es wieder aufwärts geht, wissen wir nicht, wann wir wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Wirtschaft ist global, national und regional in einem äußerst schwierigen Zustand, weil vielerorts Unsicherheit und Zurückhaltung herrschen. Entscheidend für den Neuanfang sind neue Aufträge. Nur auf dieser Basis kommt die Wirtschaft wieder ans Laufen. Hier müssen wir ansetzen und die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Die Konjunkturpakete auf Bundes- und das geplante auf Landesebene können dabei helfen, aber die Aufträge nicht ersetzen. Der Staat kann weder die Wirtschaft, noch andere Bereiche der Gesellschaft dauerhaft finanzieren. Der Staat kann mit Strukturreformen nachhaltig helfen, damit alle in der Gesellschaft wissen, was sie tun müssen, damit es wieder vorwärts geht.  Beim Landeskonjunkturprogramm der Staatsregierung setzen wir auf unterstützende Maßnahmen bei neuen Investitionen und die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren – vor allem im Mittelstand. Wer investiert, hat Aufträge und eine Perspektive, die es wert sind, unterstützt zu werden.“