PRESSEMITTEILUNG

Lausitz braucht realistische und nachhaltige wirtschaftliche Perspektiven

Zum politisch geplanten Ausstieg aus der Kohle und der Arbeit der Kohlekommission diskutierten heute in Radebeul Vertreter der VSW mit Holger Lösch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Der BDI ist über seinen Präsidenten Dieter Kempf Mitglied der Kommission.

„Sachsen ist ein erfolgreicher Energie- und Industriestandort - und will und soll es bleiben. Die Lausitz muss ein Erfolgsmodell für Strukturwandel im ländlichen Raum werden. Dafür trägt die Politik in Bund und Land große Verantwortung. Erforderlich ist eine Energie- und Klimapolitik aus einem Guss. Sie gleicht einem Marathonlauf und keinem Sprint, Unternehmen brauchen Verlässlichkeit. Die Bundesregierung ist gut beraten, eine in sich stimmige Klimastrategie zu formulieren und beispielsweise effektive Anreize zur Verbesserung der Gebäudeeffizienz einzuführen“, erklärte Holger Lösch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI, im Rahmen der Gesprächsrunde.

„Mit Kohle aus der Lausitz, dem zweitgrößten deutschen Fördergebiet, wird jede zehnte Kilowattstunde Strom in Deutschland hergestellt. Die Tagebaue und Kraftwerke sind das Rückgrat der Wirtschaft in der Region. Aber auch insgesamt ist die Energiewirtschaft in der Lausitz nicht zuletzt aufgrund vielfältiger Multiplikatoreneffekte von großer Bedeutung. Wir brauchen deshalb eine sachliche Diskussion, die realistische und nachhaltige wirtschaftliche Perspektiven für die Lausitz aufzeigt.

Es steht außer Frage, dass Klima- und Umweltschutz wichtig sind. Aber es sind globale Themen, die nicht an Grenzen von Ländern und Regionen haltmachen. Deshalb erreichen wir für den Klimaschutz deutlich mehr, wenn wir hochmoderne sächsische Umwelttechnik bspw. im Rahmen der Entwicklungshilfe in die Regionen in der Welt bringen, wo derzeit die schmutzigsten Kohlekraftwerke arbeiten und so den CO2-Ausstoß insgesamt verringern.

Darüber hinaus muss aber auch bei diesen Fragen Recht und Gesetz eingehalten werden. Die Betriebserlaubnis der Unternehmen ist zu respektieren und jede gewalttätige Auseinandersetzung strikt abzulehnen“, sagte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner.