PRESSEMITTEILUNG

Sachlichkeit statt grober Schätzungen – wieviel Milliarden sind es denn nun?

Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner zum Streit um die angemessene Unterstützung der sächsischen Wirtschaft in der Corona-Krise:

„In diesen Wochen sind Milliardenbeträge in der Berichterstattung üblich geworden. Gleichwohl mahne ich an, die erforderliche Gründlichkeit nicht vermissen zu lassen. Bei der gestrigen Erklärung des Pressesprechers aus dem Wirtschaftsministerium gegenüber der Sächsischen Zeitung kommen mir aber ernste Zweifel. Sprach sein Minister noch 5 Milliarden Euro, die unsere Vorschläge den Freistaat für die kleinen und mittelständischen Firmen kosten würden, sind es nun nur noch knapp 4 Milliarden Euro. Da könnte sich der Finanzminister freuen, aber beide Zahlen sind falsch und das ist unseren Gesprächspartnern in der Staatsregierung seit Anfang April detailliert bekannt. Wir haben unsere Vorschläge – die 75 % der Arbeitsplätze in Sachsens Betrieben im Blick haben – von Anfang an sauber und nachvollziehbar dargelegt und müssen das auch bei der Regierung erwarten können.

Ich setze auf das direkte Gespräch mit dem Minister. Ich habe ihn eingeladen und er hat diese Einladung angenommen, die Terminabstimmung läuft.

Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern was erforderlich ist, damit die wirtschaftliche Grundlage unseres Gemeinwesens erhalten bleibt und unsere Betriebe schnellstmöglich wieder zur alten Leistungsfähigkeit zurückkehren können. Die VSW will für alle Unternehmen eine faire Chance und trägt deshalb auch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung mit. Genauso umfassend, gründlich und schnell muss den Firmen bis zu 250 Mitarbeitern geholfen werden. Mit großem Interesse habe ich deshalb die Entscheidung der Landesregierung in Baden-Württemberg gelesen, die mit einem Landesfonds genau diesen Unternehmen helfen will – strukturell gesund und unverschuldet von der Corona-Krise betroffen.“