PRESSEMITTEILUNG

Sachsen braucht flächendeckend leistungsfähige infrastrukturelle Rahmenbedingungen

„Die CDU Sachsen stellt sich auf ihrem morgigen Parteitag mit dem Zusammenwirken von Stadt und Land einem wichtigen Thema für die Zukunft des Freistaats. Die Forderung nach flächendeckenden, leistungsfähigen infrastrukturellen Rahmenbedingungen unterstützen wir. Denn nur so kann der positive Wachstumsprozess auch künftig fortgesetzt werden. Eine weitere Konzentration auf die Großstädte, wie sie verschiedene Wirtschaftsinstitute empfehlen, ist dagegen kontraproduktiv für den Freistaat. Auch dem Großteil der Einwohner und Wähler in Sachsen, von denen zwei Drittel im ländlichen Raum zu Hause sind, ist das nicht zu vermitteln, erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner.

Unter Verweis auf einen aktuellen Standpunkt des Instituts für Mittelstands- und Regionalentwicklung (imreg) betonte Dr. Brückner, dass die sächsischen Landkreise Heimat für den Großteil von Industrie und Handwerk sind. So sind vier von fünf Industriebetrieben mit 77 Prozent aller Industriebeschäftigten in den Landkreisen ansässig. Drei Viertel des Wachstums im sächsischen Verarbeitenden Gewerbe wurde seit 2007 in den Landkreisen erzielt. In den kreisfreien Städten wird das Wachstum dagegen zu fast 40 Prozent von öffentlichen und sonstigen Dienstleistungen getragen, also von Wirtschaftsbereichen, die überwiegend aus Steuern und Abgaben finanziert sind. Wenn sich über 70 Prozent der Forschungs- und Technologieförderung des Freistaates auf meist öffentliche Institute in den kreisfreien Städten konzentrieren, besteht bereits jetzt ein klares Missverhältnis zur Wirtschaftsstruktur in Sachsen, welches korrigiert werden muss.

„Die Landespolitik muss vor allem dafür sorgen, dass dort leistungs- und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bestehen, wo produktive Arbeit zu Wertschöpfung und damit zur Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstands beiträgt. Dafür müssen flächendeckend die infrastrukturellen Voraussetzungen bei Bildung, Verkehr, Digitales und Soziales gesichert und optimiert werden. Das heißt beispielsweise, auch im ländlichen Raum eine wohnortnahe Versorgung bei Kindergärten und Schulen zu gewährleisten sowie Berufsschulstandorte zu sichern. Zudem müssen die Fördermittel für die öffentliche Forschungsinfrastruktur konsequent an die Zusammenarbeit und konkrete Kooperationen mit dem Mittelstand gebunden werden. Außerdem muss der Freistaat weiter die Ziele verfolgen, dass sämtliche Regionen Sachsens innerhalb von 30 Minuten einen Autobahnanschluss erreichen können, der ÖPNV zwischen den Städten und dem Umland leistungsfähig ist und bestehende Elektrifizierungslücken im Schienenfernverkehr vor allem in Südwestsachsen schnellstmöglich beseitigt werden“, führte Dr. Brückner weiter aus.

Weitergehende Informationen finden Sie im imreg-Standpunkt: Von Leucht- und Elfenbeintürmen – Konzentration auf Großstädte würde künftige Entwicklung Sachsens gefährden