PRESSEMITTEILUNG

Stillstand bei Beschäftigungsaufbau in Sachsens größtem Industriezweig - Jedes 4. M+E-Unternehmen plant mit Kurzarbeit

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erklärte die VSW:

„Auch wenn sich der sächsische Arbeitsmarkt im Jahresvergleich weiterhin positiv zeigt, sehen wir die schwierige Entwicklung der M+E-Industrie, die Schlüsselbranche und gleichzeitig größter Industriezweig im Freistaat ist, mit großer Sorge. Denn die über 1.700 Betriebe spüren die weltweit schwächere Nachfrage bereits deutlich. So lag die Auslastung im Januar nur bei 84 Prozent, womit der langjährige Durchschnitt (85 Prozent) seit Oktober 2019 unterschritten wird. Der Auftragsbestand wurde zum Jahresanfang von den sächsischen M+E-Firmen so ungünstig wie seit vier Jahren nicht mehr bewertet.

Wenn es weniger Aufträge gibt, müssen die Unternehmen ihr Arbeitsvolumen entsprechend anpassen. Trotz der zunehmenden Schwierigkeiten sind die Stammbelegschaften mit 190.000 Mitarbeitern erfreulicherweise noch stabil, da die Unternehmen alles tun, um ihre Fachkräfte an Bord zu halten. Allerdings kann erstmals seit 2009 kein Beschäftigungsaufbau mehr verzeichnet werden. Stattdessen ist die Beschäftigung von Zeitarbeitern in diesen Branchen zum Jahresende 2019 um über 3.000 gegenüber dem Vorjahr auf zuletzt noch rund 15.000 gesunken.

Zudem plant fast jedes vierte deutsche M+E-Unternehmen in den kommenden Monaten mit Kurzarbeit. Vor diesem Hintergrund ist die gestern im Koalitionsausschuss der Großen Koalition in Berlin beschlossene Erleichterung des Einsatzes von Kurzarbeit ein wichtiger erster Schritt."

Anlage: Entwicklung der Beschäftigung in der sächsischen M+E-Industrie sowie Aktuelle und geplante Kurzarbeit in deutschen M+E-Firmen