PRESSEMITTEILUNG

VSW fordert sachliche und ideologiefreie Diskussion über die Zukunft sächsischer Bildungspolitik

„Sachsen braucht dringend eine sachliche und ideologiefreie Diskussion über die Zukunft unserer Bildungspolitik. Es ist erfreulich, dass sächsische Schüler in verschiedenen nationalen Studien Spitzenplätze erreichen. Aber das darf kein Grund für Selbstzufriedenheit sein. Einerseits müssen wir uns an internationalen Maßstäben messen lassen, hier gibt es weiterhin Nachholbedarf – gerade im mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Andererseits nehmen die strukturellen Herausforderungen zu. Der Lehrermangel wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Wir kämpfen heute in Sachsen – wie in allen ostdeutschen Bundesländern – mit einer ungünstigen Altersstruktur der Lehrer. Der gleichzeitig sprunghaft steigende Lehrerbedarf in den westdeutschen Bundesländern und Stadtstaaten erschwert es zudem, auf die erfreulicherweise auch in Sachsen steigenden Kinderzahlen zu reagieren und die Personalstrukturen darauf anzupassen. Die aktuell vor allem in Richtung Lehrerentgelte geführte Diskussion greift angesichts der bestehenden Rahmenbedingungen aber zu kurz, wie auch ein aktueller Standpunkt des imreg - Institut für Mittelstands- und Regionalentwicklung GmbH zeigt. Danach sind Sachsens Lehrerverdienste bereits überdurchschnittlich – dies gilt sowohl im regionalen als auch im bundesweiten Vergleich.

Das Institut verweist auch darauf, dass ‚eine breite Verbeamtung der Lehrer für den Freistaat zu fiskalischen Mehrbelastungen führen würde, die angesichts des allgemeinen bundesweiten Wettbewerbs um Lehrerköpfe ohne Erfolgsgarantie wäre‘. Stattdessen wird angeregt, die Ausbildung effizienter zu gestalten, Stichwort: kürzere Studienzeiten und die Leistungsfähigkeit der Schulen durch aktivierende Rahmenbedingungen – wie insbesondere stärkere schulische Eigenverantwortung, effektivere Arbeitszeitmodelle sowie Investitionen in Digitalisierung und Weiterbildung – zu verbessern.

Die Staatsregierung und den Landtag möchte ich ermuntern, die Debatte und die notwendigen Verbesserungen entschlossen und mit Weitblick anzugehen“, erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner.

Anlage imreg-Standpunkt: Sachsens Lehrerentgelte bereits überdurchschnittlich – gute Bildungspolitik muss aber mehr als das bieten