PRESSEMITTEILUNG

Weiterbildungsscheck für alle Arbeitnehmer öffnen

„Berufliche Weiterbildung ist ein Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und für die Beschäftigungsfähigkeit jedes einzelnen Arbeitnehmers. Gerade angesichts der abnehmenden ‚Halbwertzeit des Wissens‘ ist eine konsequente Weiterbildung der Mitarbeiter ein wichtiger Baustein, um sich gegenüber den branchenweit wachsenden Anforderungen durch technologische und gesellschaftliche Veränderungen, wissenschaftliche Entwicklungen, zunehmende Digitalisierung und Internationalisierung behaupten zu können. Allein im Jahr 2016 investierten die Unternehmen bundesweit 33,5 Mrd. Euro in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Ergänzend zu diesem Engagement der Wirtschaft muss die Bereitschaft der Arbeitnehmer, sich in eigener Verantwortung beruflich weiter zu bilden, konsequenter als bisher unterstützt werden. Aus Sicht der sächsischen Wirtschaft sollte dies durch eine direkte finanzielle Unterstützung gefördert werden. Dafür ist der in Sachsen seit Jahren erfolgreiche Weiterbildungsscheck auf Basis des Europäischen Sozialfonds für alle Arbeitnehmer – gleich ob Facharbeiter, Krankenschwester oder Ingenieur – zu öffnen.

Denn zum einen gibt es keine Beschäftigtengruppe, die auf eine berufsbegleitende Weiterbildung verzichten kann. Und zum anderen finanzieren alle Arbeitnehmer mit ihren Steuern die EU-Fonds wesentlich mit. Da ist es nur gerecht, wenn sie auch die Chance haben, diese Mittel für ihre eigene berufliche Zukunft zu nutzen. Die bisher bestehende Einkommensgrenze von 2.900 EUR pro Monat für eine Förderung muss dafür für alle Arbeitnehmer bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung angehoben werden.

Andere arbeitsmarktrelevante Personengruppen, wie Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte, erhalten durch die Arbeitsagenturen eine entsprechende Betreuung mit verschiedensten Programmen und Hilfsangeboten, um sie beim Eintritt in den Arbeitsmarkt zu unterstützen“, erklärte die VSW anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

Diese Forderung ist Teil des VSW-Positionspapiers „Für Sachsen. Positionen und Vorschläge der sächsischen Wirtschaft im Wahljahr 2019“, das Sie anbei finden.